Opferliste - S

SABELFELD, Adolf Fjodorowitsch, geb. am 30.12. 1899 in der deutschen Kolonie Baronsk, Gouvernement Saratow. In den Jahren 1922-1923 arbeitete er in der Stadt Pokrowsk als Setzer in der typographischen Anstalt. 1924-1925 trat er der bolschewistischen Partei bei. 1924 heiratete er Pelageja Christoforowna Kusina. Am 03.09.1941 zusammen mit seiner Familie in die Siedlung Ustinka, Bezirk Aban, Region Krasnojarsk, verschleppt, wo sie am 13.10.1941 eintrafen; anschließend wurde er vom Bezirkskomitee in die Kolchose im Dorf Makaschicha, Bezirk Aban geschickt, wo man ihn zum Kolchosvorsitzenden ernannte. Im Januar 1942 wurde er in die Trudarmee mobilisiert und kam zur Holzfällerei in den Bezirk Kansk, Region Krasnojarsk - in die Arbeitskolonie Wjerchnjaja Tuguscha, Ilansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 16.10.1942 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 30.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 07.03.1955 von einer Berufungskommission der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyrgebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen. W.W. Beilmann, Die Geschichte einer Familie.

SABELFELD, Alexander (Sohn von Friedrich), geb. 1910. Verschleppt aus der ASSR der Wolgadeutschen in den Kreis Irbej, Region Krasnojarsk. Starb in der Arbeitsarmee.

SABELFELD, Friedrich Karlowitsch, geb. 1913 in der Kolonie De Kano, Gouvernement Samara. Grundschulbildung. Stammte aus einer Handwerkerfamilie. Als Arbeitsarmist in der Kolonie Werchnaja Tuguscha des Ilansker Sonderlagerpunktes des NKWD-Kraslag. Im Februar 1943 in Sachen A.J. Bachmann verhaftet (unter diese Sammelakte fielen insgesamt 39 Personen). Angeklagt nach §§ 58-2, 58-10, 58-11, des Strafgesetzes der RSFSR. Am 20.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR zu 10 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 12.10.1957 durch das Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-8050).

SABELFELD, Wladimir Adolfowitsch, geb. 1925 in der Stadt Pokrowsk, Gouvernement Saratow. 1941 zusammen mit seinen Eltern in den Bezirk Aban, Region Krasnojarsk, deportiert. Vater: Adolf Fjodorowitsch Sabelfeld sowie Dorothea Bogdanowna SABELFELD (Degraf). Im Herbst 1942 am Ufer des Jenisej, in der Siedlung Kasanzewo, Autonomes Gebiet Tajmyr, Region Krasnojarsk, ausgesetzt. War bis 1959 im gewerblichen Fischfang tätig, stand anschließend an der Spitze der Fischfang-Genoseenschaft «Gardist», im Kasanzewsker Revier der Ust-Porter Fischfabrik, Fangstaton der Sowchose „Oktjabrskij“. Heiratete in der Verbannung Dorothea Bogdanowna Degraf (Sabelfeld). 1949 wurde Alexander Wladimirowitsch SABELFELD geboren, 1951 Tochter  Valentina Wladimirowna SABELFELD (Beilmann).
Kerze der Erinnerung. Das Tajmyrgebiet in den Jahren der Repressionen. Erinnerungen. W.W. Beilmann, Die Geschichte einer Familie.

SABO (Szabo), Josef Karlowitsch, geb. 1889 in Ungarn. Ungar. Lebte später in der Stadt Krasnojarsk. 1931 wegen antisowjetischer Agitation verhaftet. Als Drechsler im Winterdock der Krasnojarsker Dampfschiffahrtsgesellschaft. Am 02.06.1937 in Sachen P.P. Erman (unter diese Sammelakte fielen insgesamt 5 Personen) verhaftet und ins Krasnojarsker Gefängnis gebracht. Angeklagt nach §§ 58-2, 58-10, 58-11 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 02.10.1938 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Die Akte wurde am 11.01.1939 durch die NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk aus Gründen, die zu seiner Rehabilitation führten, geschlossen (§ 204, Pkt. b des Strafgesetzes der RSFSR). Am 14.01.1939 aus der Haft entlassen (P-1842).

SACHERS, Hermann (Sohn von Karl), geb. 1905, deutscher Kommunist, hochqualifizier-ter Schlosser, Erfinder. Emigrierte nach 1933 aus Deutschland in die Tschechoslowakei und anschließend in die UdSSR. 1936 in Moskau verhaftet, verurteilt zu 5 Jahren. 1941 wurde die Haftzeit um 10 Jahre erhöht. Er wurde 1951 freigelassen, war in Verbannung in Krasnojarsk, arbeitete in der Bau- und Montage-Verwaltung Nr. 10. Er starb im Januar 1954, nachedem er von einem Auto überfahren worden war.

SACHS, Andreas Adamowitsch. Geb. 1903. Schriftsteller, 1934 Mitglied des Verbandes der Schriftsteller der UdSSR. Delegierter der Allunionssitzung sowjetischer Autoren. 1941 zusammen mit seiner Familie in die Stadt Atschinsk, Region Krasnojarsk, verschleppt. Arbeitete am Lehrerausbildungsinstitut, am Technikum für Getreidesilage und in der Schule N° 6. 1956 aus der Verbannung entlassen. Starb 1983 in Tiraspol.
J.W. Puschkanowa, Jenisejsker enzyklopädisches Wörterbuch,1998

SAIBEL, siehe SEIBEL

SAIBERT (oder SEIBERT), Friedrich Johannowitsch, geb. 1902. Geboren und wohnhaft in Klarus (Glarus), Amtsbezirk Unterwalden, Gouvernement Saratow. Grundschulbildung. Im September 1941 zusammen mit seiner Familie – Ehefrau Amalia Jakowlewna, geb. 1909, sowie den Kindern Germina (Hermine), geb. 1936, und Irma, geb. 1940 – in das Dorf Swetlolobowo, Nowoselowsker Kreis, Region Krasnojarsk, deportiert. Von 1942-1946 in der Arbeitsarmee. Als Zimmermann und Tischler in der Kolchose. Häftling in Krasnojarsk. Am 02.10.1951 vom Kreisgericht zu 1 Jahr verurteilt. Saß am 27.06.1952 in einer Einzelzelle. Angeklagt nach § 58-8, 10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 25.08.1952 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zu 25 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Ab 05.11.1952 im Oserlag. Der Urteilsspruch wurde am 25.09.1954 vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR auf 10 Jahre Besserungsarbeitslager abgeändert. Am 08.02.1956 wurde er vorzeitig und auf Bewährung entlassen. Er lebte in Nowoselowo. Am 29.09.1993 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert. Seine Frau und die Kinder befanden sich in den 1950er Jahren in Nowoselowo in der Verbannung; sie wurden 1956 freigelassen. Irma lebt in Deutschland. Am 29.09.1993 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-21102).

SAIDA, Rudolf Genrichowitsch. Geb. 1874 im Gouvernement Wolhynien. Lebte in der Ortschaft Nikolajewka, Nikolajewsker Dorfrat, Abakansker (heute Krasnoturansker) Bezirk, Minussinsker Gebiet. Familie: Ehefrau Anna Davidowna, geb. 1870; Kinder: Theodor, geb. 1910, Daniel, geb. 1898. 1926 als Diener eines religiösen Kults Entzug der Wahlrechte.
Sein Sohn, SAIDA, Daniel Rudolfowitsch, war Verkäufer in einem Dorfladen im Krasnoturansker Bezirk; verhaftet am 03.03.1938. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation. Verurteilt am 23.05.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe. Am 01.08.1938 in Minussinsk erschossen. Rehabilitiert am 20.03.1959 vom Militärgericht des Sibirischen Wehrkreises (Archiv der Bezirksverwaltung des FSB Russlands in der Region Krasnojarsk, Akte P-10556; Krasnoturansker Bezirksarchiv, Fond R-1/377, Verz. 3. Akte 9, 15, 772)

SAIDEL (oder SEIDEL), August Karlowitsch, geb. 1896 in Bratislawl, Deutschland. Häftling in Minusinsk. Konnte lesen und schreiben. Arbeitete in der Minusinsker Landwirtschaftskolonie. Am 02.06.1938 verhaftet. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Am 24.03.1939 von einer außergerichtlichen Sitzung des Krasnojarsker Regionsgerichts zu 6 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt. Am 16.06.1992 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-20291).

SAIDENBERG (oder SEIDENBERG), Eduard Augustowitsch, geb. 1880 in Deutschland. Lebte in Krasnojarsk. Kutscher von Beruf. Im Februar 1920 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Agitation. Das Verfahren wurde am 04.07.1920 von der Krasnojarsker Gouvernements-Tscheka eingestellt. Am 23.06.2003 von der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-6612).

SAIDENZAL (SEIDENZAHL?), Andrej Andrejewitsch (Genrich/Heinrich Genrichowitsch/Heinrichowitsch), geb. 1914 in der Ortschaft Neu-Urbach, Gouvernement Saratow. Mitglied der WKP (B) seit 1939.Zur Trudarmee in die Tungussker Abteilung des Kraslag mobilisiert. Am 12.04.1945 verhaftet. Angeklagt wegen Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären, aufständischen organisation und antisowjetischer Agitation. Am 07.02.1947 von einem Sonderkollegium des MGB der UdSSR zu 8 Jahren Arbeits- und Erziehungslager verurteilt. Am 10.03.1956 vom Obersten gericht der UdSSR rehabilitiert (P-8700).

SAITZ, Antonia Richardowna, ab Juli 1948 im Kasatschinsker Kreis, Region Krasnojarsk, in der Verbannung. 
Verbannungs- / Lagerhaftbericht von Alina Iwanowna Nesterowa.

SAKOP (Sokop), Adolf Josifowitsch, geb. 1891 in der Stadt Pakraz, Österreich. Lebte später an der Bahnstation Uschur der Krasnojarsker Eisenbahnlinie. Arbeitete an der Station bei der Wasserversorgung. Am 19.01.1938 verhaftet; Gemeinschaftsfall mit A.A. Erro. Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Im Februar 1938 von einer Trojka der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk zur Höchststrafe verurteilt. Am 22.02.1938 in Atschinsk erschossen. Am 02.04.1960 vom Krasnojarsker Regionsgericht rehabilitiert (P-11983).

SAKSMAN (Sacksmann? Sachsmann), Aleksander Karlowitsch, geb. 1881 in Moskau. Mittlere Schulbildung. Buchhalter beim „Iwanowskij“-Bergwerk im Saralinsker Bezirk, Autonomes Gebiet Ckakassien, Region Krasnojarsk. Am 05.02.1938 in Sachen A.P. Iwaschkewitsch verhaftet (unter diese Akte fielen insgesamt 4 Personen). Angeklagt nach § 58-10 des Strafgesetzes der RSFSR. Der Fall wurde am 25.03.1939 vom Gebietsgericht des Autonomen Gebietes Chakassien, Region Krasnojarsk, aus Gründen, die zu seiner Rehabilitation führten, zu den Akten gelegt (§ 4, Pkt. 5 des Strafgesetzes der RSFSR). Am 08.01.1957 durch das Oberste Gericht der RSFSR rehabilitiert (P-6390).

SALFELD, Alexander Alexandrowitsch, geb 1916. Im Jahre 1941 zusammen mit der Familie aus der Ortschaft Schilling, ASSR der Wolgadeutschen, in die Region Krasnojarsk deportiert. Arbeitete ab 1942 beim Fischfang im Tajmyrgebiet (Siedlung Lajda).
L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

SALFELD (Grekowa), Lydia Alexandrowna, geb. 1923. Gebürtig und wohnhaft in der Ortschaft Schilling, Gouvernement Saratow. Am 05.09.1941 zusammen mit der Familie in die Ortschaft Aban, Region Krasnojarsk ĘĘ, deportiert: dem Vater Alexander Salfeld, der Mutter sowie den Brüdern David Alexandrowitsch (geb. 1920) und Fjodor (Theodor) Alexandrowitsch Salfeld (geb. 1925). Arbeiteten in der Waldwirtschaft. Im Juni 1942 in eine Arbeitskolonne des NKWD mobilisiert und zum Fischfang in die Siedlung Orlowka, Autonomes Gebiet Takmyr, Region Krasnojarsk, geschickt.
L.O. Petri, V.T. Petri . Wahre Begebenheiten aus dem Tajmyr-Gebiet.

SALFELDT, Peter Adamowitsch, geb. 1905 im Gouvernement Saratow. Stammte aus einer Arbeiterfamilie. Trudarmist in der Zwangsarbeiterkolonie Werchnjaja Tuguscha, Ilansker Bezirk, Region Krasnojarsk. Am 30.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen rechter trotzkistischer Agitation. Der Fall wurde am 30.10.1943 von einem Sonderkollegium des NKWD der UdSSR aufgrund des Todes des Angeklagten zu den Akten gelegt. Am 27.06.1958 don der Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4624).

SALZMANN, Alexander Karlowitsch, geb. 1917 im Gouvernement Saratow. Militärperson in der Region Nowosibirsk. Am 28.10.1942 verhaftet. Angeklagt wegen konterrevolutionärer Agitation. Die Akte wurde am 14.06.1943 von der NKWD-Verwaltung der Region Krasnojarsk aus Gründen, die ihn rehabilitierten, geschlossen (P-8436).

SALZMAN(N), Jekaterina/Katharina (Tochter von Jegor/Georg), Ehename Martschenko, geb. 18.10.1924, Deutsche aus dem Gebiet Wolgograd. Im September 1942 zusammen mit ihrer Schwester Wilhelmine, geb. 1935 und dem Bruder Viktor, geb. 1938, in den Kreis Berjosowka (heute Scharypowo) verschleppt. Am 17.02.1956 aus der Sonderkommandantur entlassen.

SAMBERG, Jakob (Sohn von Jakob), geb. 1893, verschleppt aus der Ortschaft Karatuskij im Gebiet Krasnojarsk. Hauer in einem Bergwerk, lebte in der Siedlung Bojnja, Kreis Kuragino, 1937 verhaftet.

SANDAU, Edgard Fedorowitsch, geb. 1871 in Revel. Deutscher. Lebte in der Ortschaft Maklakowo, Kreis Jenisejsk, Region Krasnojarsk. Lehrer am forsttechnischen Institut in Krasnojarsk. Am 03.11.1937 verhaftet. Angeklagt wegen antisowjetischer Tätigkeiten. Am 04.02.1938 von einer Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR zur Höchststrafe verurteilt. Am 28.02.1938 in Krasnojarsk erschossen. Am 15.11.1957 von einer Sonderkommission des Obersten Gerichts der UdSSR rehabilitiert.

SANDLER, Lydia Grigorewna. Möglicherweise Deutsche. Sängerin aus Leningrad. Verbrachte die Verbannungszeit in der Stadt Jenisejsk. Arbeitete vom 18.03.1951 bis 01.08.1952 als Leiterin des Chor-Kreises im Kulturpalast.
-T.W. Ignatewa, Stadt der Verbannten, Monete der Geschichte. Gesammelte Materialien zum Thema «Politische Repressionen in der UdSSR» (1989–2009)
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N. Tscherepanowa, Das Theater war voll besetzt, „Krasnojarsker Arbeiter“, 02.12.1989.

SAPP, Jan Karlowitsch, geb. 1878. Möglicherweise Deutscher. Lebte später im Revier Sapasnoj Imbesch, Perowsker Amtsbezirk, Gebiet Kansk, Jenisejsker Gouvernement. War in seiner eigenen Hofwirtschaft tätig. Am 29.04.1920 verhaftet. Anklage wegen Verrat an den Kommunisten. Das Verfahren wurde am 02.05.1920 von der Krasnojarsker Gouvernements-Tscheka wegen unzureichender Beweise eingestellt. Am 17.12.2002 durch die Staatsanwaltschaft der Region Krasnojarsk rehabilitiert (P-4821).

SASS, Iwan Stepanowitsch, geb. 1900., möglicherweise Deutsche