Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Alexander Hörlitz (Sohn von Alexander)

Die Familie des Alexander HÖRLITZ lebte in dem Dorf GMELINKA (Kantonsstadt) in der Autonomen Republik der Wolgadeutschen. Der Vater, Alexander Andrejewitsch HÖRLITZ (1911-1944) arbeitete als Chauffeur in der Maschinen- und Traktorenwerkstatt, die Mutter, Jekaterina Andrejewna (1916-1980), war mit den Kindern zuhause: Alexander (geb. 1937) und Lilia (1941-1944).

Im September 1941 schickten die Kommunisten alle Deutschen zur Eisenbahnstation (in GMELINKA), verlud sie in Waggons und brachte sie nach Sibirien. Man entlud ihren Zug in Krasnojarsk und brachte sie in das Dorf BARTAT im Kreis BOLSCHEMURTINSK. Außer der Familie HÖRLITZ kamen ungefähr 30 deutsche Familien dorthin, darunter auch:

Sie alle blieben in BARTAT bis zur Freilassung aus der Verbannung. M. GERMAN, M. SCHÖNBERG, R. GERONIMUS leben auch heute noch dort.

A. HÖRLITZ (der Vater) arbeitete in BARTAT als Chauffeur in der Maschinen- und Traktorenwerkstatt. Im Januar 1942 brachten sie ihn in die "Trudarmee" nach RESCHOTY (KRASLag). Einmal ließ die Kommandantur seine Frau zu ihm ins Lager fahren. Sie gestatteten ihr ein Wiedersehen.

Im März 1944 bekam die Ehefrau aus dem KRASLag die Benachrichtigung vom Tode ihres Mannes. Kurz zuvor, ungefähr im April 1944, starb die jüngere Tochter.

Im Jahre 1948 schickte man etwa 10 litauische Familien nach BARTAT in die Verbannung.

Viele Litauer kamen auch in das Dorf JELOWKA.

Auch ehemalige Polithäftlinge wurden nach BARTAT verbannt. Einer von ihnen, mit Familiennamen STARIJ (etwa 1897-1956), hatte bis zur Verbannung 10 Jahre in NORILSK eingesessen.

Alexander beendete die 7-Klassen-Schule in Bartat und lernte dann in der 8. - 10. Klasse in Bol. Murta. In diesen Jahren ließ er sich in der Kommandantur registrieren. Im Frühjahr 1956, als er die 10. Klasse beendet hatte, stürzte mitten im Unterricht ein Milizionär in die Klasse und brachte ihn zur Miliz....... um die Eintragung von der Sonderliste wieder zu streichen. 

22.07.93, aufgezeichnet von W.S. Birger, Krasnojarsk, Gesellschaft "Memorial"


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