Verbannungs-/Lagerhaftbericht von Jakob Jakowlewitsch Heldt

Anfang September 1941 wurde aus dem Dorf DÖNNHOF, Kanton Balzer, Autonome Republik der Wolgadeutschen, die wolgadeutsche Famile HELDT von den Sowjets deportiert:

Sie alle wurden in dem Dörfchen DÖNNHOF geboren und lebten dort. Jakob HELDT (der Ältere) war Kolchosbauer, sein Sohn arbeitete als Tischler in der Produktionsgenossen-schaft.

Man brachte sie mit dem Arrestantentransport N 814 in die Verbannung und lud sie im Kreis RYBINSK aus. Sie wurden verbannt in die 4. Abteilung der KAMALINSKER Gemüseverar-beitungswirtschaft, in die Siedlung SAGORSK (SAGORSKIJ) des MALO-KAMALINSKER Dorfrates.

Im Januar 1942 zogen sie J.J. HELDT (den Jüngeren) in die "Trudarmee", ins KRASLAG, ein. Dort arbeitete er in der Holzfällerei.

Sein Sohn starb in der Verbannung in SAGORSK. Später starben auch sein Vater und seine Frau, Amalia HELDT (sie geriet unter einen Zug), in der Verbannung.

Jakob HELDT (der Jüngere) wurde am 20.08.46 aus dem KRASLAG "freigelassen", aber man ließ ihn nicht einmal zu seinen Kindern. Zunächst behielten sie ihn im KRASLAG in Verbannung, und im November 1946 schickten sie ihn ins "Kombinat N 6" in die Stadt CHODSCHENT (damals LENINABAD, heute CHUDSCHAND) in Tadschikistan. Dann verlegten sie ihn von dort nach JANGIJUL (in USBEKISTAN). Zu den Kindern ließ man ihn erst im Jahre 1950. Er zog in das Dörfchen BOLSCHIJE KLJUTSCHI um, wo sich zu jener Zeit seine Tochter in der Verbannung befand.

Bald darauf heiratete er eine verbannte Deutsche aus dem Dorf DÖNNHOF. Es war Jekaterina Wilhelmowna (fälschlich Wassilijewna) STOL (1910-1991). Ihr Mann war in der "Trudarmee" umgekommen.

1953 wurde in der Verbannung, in B. KLJUTSCHI, ihr Sohn Jakob geboren.

Jakob HELDT, seine Ehefrau und die Kinder wurden Anfang 1956 freigelassen und blieben in B. Kljutschi wohnen. Später lebte Jakob HELDT in Nowaja Soljanka.

Jakob HELDT (der Jüngere) wurde am 30.03.99 vom Informationszentrum der UWD (Verwaltung für Innere Angelegenheiten) im Gebiet Saratowsk rehabilitiert.

01.10.99, aufgezeichnet von W.S. Birger, Krasnojarsk, Gesellschaft "Memorial"

Im Archiv:


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